66. Etappe Canakkale => Eceabat => Canakkale

Mit der Fähre nach Eceabat

Heute am Morgen geht’s um 10:00 Uhr auf die Fähre über die Dardanellen nach Eceabat. Es war eine sehr gemütliche Überfahrt und dauerte 30 Minuten, sogar auf dieser Fähre bekam man einen türkischen Tee aus einer grossen Teekanne. Anschliessend ging es zum grossen Kriegsmuseum.

Die Schlacht von Gallipoli 1915/16

Die Meerenge an den Dardanellen war die osmanische Achillesferse. Beim Durchbruch einer gegnerischen Flotte in das Marmarameer und einer erfolgreichen Invasion zu Lande wäre die Hauptstadt Konstantinopel (Istanbul) in die Hände des Feindes gefallen und der Krieg für die osmanische Seite relativ schnell zu Ende gewesen. Die Mittelmächte setzten daher alles daran, an dieser Front jegliche Invasionsversuche abzuwehren. In den vergangenen Jahrzehnten hatten deutsche Rüstungsfirmen bereits den Ausbau der Artilleriestellungen an der südöstlichen Spitze der Halbinsel Gallipoli und an der gegenüberliegenden westasiatischen Küste vorangetrieben.

Am 18. März 1915 beginnt der alliierte Großangriff zum Durchbruch durch die Dardanellen gegen das Osmanische Reich, das vom Deutschen Kaiserreich und Österreich-Ungarn unterstützt wird. Die umkämpfte türkische Halbinsel Gallipoli an der Südöffnung der Meerenge wird zum amphibischen Schlachtfeld. Ziel der Briten und Franzosen ist es, Nachschubwege für die verbündeten Russen durch das Schwarze Meer zu schaffen, auf die osmanische Hauptstadt Konstantinopel (Istanbul) vorzurücken und so die militärisch wie wirtschaftlich schwachen Türken eventuell gleich ganz aus dem Krieg zu nehmen. Marineminister Winston Churchill geht von einem „zweifellos hohen Preis“ für die Operation aus, doch würde „das Ende der türkischen Bedrohung“ winken.

 

Zehn große Kriegsschiffe feuern aus allen Rohren und nähern sich dem Eingang der Dardanellen. Begleitet werden sie von vielen Torpedobooten und Minensuchern. Sechs große britische Schlachtschiffe nehmen die osmanischen Verteidigungsanlagen unter Beschuss. Nur langsam arbeiten sich die alliierten Schlachtschiffe vor. Doch was dann geschieht, zählt wohl zu den bittersten Momenten des verantwortlichen britischen Marineministers Churchill, der über zwei Jahrzehnte später Großbritannien durch den Zweiten Weltkrieg führen sollte. Denn die osmanischen Soldaten erweisen sich als zielgenauer, als das die Alliierten für möglich gehalten haben. „Eure Mütter haben euch nur für diesen Tag geboren“, soll ein türkischer Offizier seine Soldaten angespornt haben. Den Feinden drohte er an, dass das Meer ihr Grab werde.

Die Stunde des kleinen Minenlegers Nusret


Dann schlägt vor allem die große Stunde des kleinen türkischen Minenlegers Nusret: Zuerst läuft gegen 14 Uhr das französische Schlachtschiff Bouvet auf eine Mine. Innerhalb von nur zwei Minuten kentert das Schiff und reißt fast die gesamte Besatzung von 600 Mann mit in die Tiefe. Auch die anderen französischen Schiffe werden teilweise schwer beschädigt. Um 16 Uhr läuft der britische Schlachtkreuzer Inflexible auf eine Mine und kann nur knapp aus der Reichweite der Küstenartillerie entkommen. Doch damit ist es nicht geschehen: Kurz darauf wird das Schlachtschiff Irresistible getroffen. Als es abdreht und in die Bucht von Erenköy einfährt, um zu wenden, fährt es ebenfalls – wie von

Dieser Feldzug hatte die 568.000 Mann starke Invasionsarmee rund 47.000 Gefallene und Vermisste gekostet. Auf osmanischer Seite fielen von den eingesetzten 315.000 Mann etwa 68.000, vom 3.000 Mann starken deutschen Kontingent 530 Soldaten. Für das Osmanische Reich war der Abwehrerfolg von 1915 so wichtig wie die Verteidigung Verduns für Frankreich 1916 und der deutsche Sieg bei Tannenberg (Stębark) 1914. Das wichtigste Ergebnis dieser Schlacht war abgesehen vom Verbleib des Osmanischen Reiches im Bündnis mit den Mittelmächten die Fortführung der Blockade der russischen Schwarzmeerhäfen, letztendlich einer der Gründe für den Ausbruch der Revolution von 1917.

In Großbritannien führte die Niederlage zu einem nationalen Trauma, was sich auch auf die zögerliche Haltung Churchills in der Frage einer Invasion in Frankreich während des Zweiten Weltkrieges auswirkte. In Deutschland und Frankreich ist die militärische Beteiligung heute so gut wie vergessen bzw. verdrängt. Neben Australien und Neuseeland nimmt die Schlacht von 1915 bis heute nur in einem weiteren der beteiligten Länder einen wichtigen Platz ein.

Auf der ganzen Halbinsel sind viele Soldaten Friedhöfe zu sehen.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Yvonne Altermatt

    Liebe Marley, ich habe mich riesig gefreut über die Karte von Korfu von Dir. Du siehst fantastisch aus!!! Sic her geht es Dir, Deinem Frauchen und Deinem Herrchen gut. Bald kommt ihr alle zurück in die Schweiz, oder bleibt ihr noch länger fort? Ich freue mich sehr auf Dich und hoffe, Du kommst in meine Nähe. Dann könnten wir wieder gemeinsam durch die Wälder wandern. Alles Liebste Dir und Deinen Lieben, herzlich, Yvonne

Kommentar verfassen