Nach der Überfahrt legten wir auf Korfu erst einmal einen kurzen Stopp im Städtchen ein – ein letzter Espresso, ein kleiner Spaziergang durch die Gassen, bevor es weiterging. Unser Ziel: Agios Matthaios, wo Sandra und Angelo schon auf uns warteten.
Gegen 16 Uhr rollten wir in ihre Einfahrt. Die Begrüßung? Herzlich, offen, fast so, als wären wir nie weg gewesen. Es tat gut, wieder hier zu sein.
Doch lange blieb es nicht ruhig: Ursula und Sandra hatten bereits ein Ziel vor Augen – den Berg Pontaro Vigla. Kaum angekommen, schnürten sie die Wanderschuhe und zogen los. Eine Stunde später machten sich Angelo und ich mit dem Auto auf den Weg, um die beiden oben aufzusammeln – und um ehrlich zu sein, waren wir ganz froh, den Aufstieg vier Rädern zu überlassen.
Zurück bei Sandra und Angelo stand nun unser verabredetes Abendessen auf dem Programm. Etwas, worauf wir uns schon seit Tagen gefreut hatten.
Angelo übernahm das Steuer und chauffierte uns entlang der kurvenreichen Küstenstraße nach Pentati. Die Strecke war schmal, gewunden, stellenweise atemberaubend – Meerblick inklusive.
Dann erreichten wir die Taverne – und was wir dort erlebten, war alles andere als gewöhnlich. Keine Karte. Kein Kellner, der Gerichte aufzählt. Stattdessen: „Kommt einfach mit in die Küche.“ Der Koch, ein Original für sich, hob Pfannendeckel wie bei einer kulinarischen Schatzsuche. In jeder Pfanne: ein duftendes Gericht, das direkt Lust aufs Essen machte.
Angelo entschied sich für eine herzhafte Pasta, Sandra nahm den Gemüse-Eintopf. Ursula und ich konnten dem geschmorten Kalbfleisch nicht widerstehen – ebenfalls mit Gemüse-Eintopf. Hausgemacht, ehrlich, unglaublich lecker. Und das alles – inklusive Wein, Wasser, Wohlfühlambiente – für gerade mal 45 Euro.
Zurück bei Sandra und Angelo legte sich langsam die Dunkelheit über die Hügel. Kein Lärm, kein Trubel – nur Ruhe, gute Gespräche und das wohlige Gefühl, angekommen zu sein. Was für ein Tag.