Erbeben in der Türkei vom 06.02.2023

Herzlichen Dank für all die Nachfrage, nach unserem Wohlbefinden.

Wir waren sehr weit westlich vom Epizentrum und merkten nichts davon. Als wir dieses Unglück in den Nachrichten hörten, waren wir sehr erstaunt und erschrocken!

Dieses Ereignis veranlasst uns, die geplante Route in der Türkei zu ändern. Wir werden somit den südöstlichen Teil der Türkei nicht bereisen.

Die Zerstörung kam nicht überraschend.

Hüseyin Alan leitet die Kammer der Ingenieur-Geologen in der Türkei. Er hatte die Behörden und sogar das Präsidialamt erst kürzlich vor Erdbeben in der Region gewarnt, die es jetzt getroffen hat. Er bekam jedoch keine Antwort zu dieser Warnung. Die Schäden des verheerendes Erdbeben in der Türkei hätten begrenzt werden können, darin sind sich Experten einig. Der Staat habe jahrzehntelang falsch gehandelt und illegales Bauen gebilligt.

Censl Gökce war lange Vorsitzender der türkischen Bauingenieurskammer. Für ihn ist es ganz simpel, wenn es um Erdbeben sicheres Bauen geht: „nach Vorschriften gebauten Gebäuden stürze nicht ein. Wie Ingenieure sagen: ein Gebäude können Schäden haben, aber es darf nicht in sich zusammensacken“.

Spezielle Ingenieure prüfen Neubauten auf Erdbebensicherheit. Sie bräuchten dafür eine Zulassung vom Staat.

Viele nähmen es mit der abschließenden Kontrolle nicht so genau. Erdbebensicherheit kostet Geld, dass manche Bauunternehmer nicht ausgeben wollen.

In dieser Region, in der das aktuelle Erdbeben besonders viel Schaden angerichtet hat, befindet sich ein Flughafen unter anderem auch ein Krankenhaus, das eigentlich gar nicht mehr betrieben werden durfte. Jetzt ist von den Gebäuden nicht mehr viel übrig.

Ein Grundproblem in der Türkei ist, dass auf vorschriftsmässig gebauten Gebäuden, illegal Stockwerke gesetzt werden, ohne auf Vorschriften zu achten. Diese illegalen Stockwerke drücken mit ihrem hohen Gewicht auf die Konstruktion, so dass sie selbst ohne Erdbeben einstürzen könnten.

Nach dem letzten grossen Erdbeben 1999, führte die damalige Regierung eine Erdbeben Steuer ein. Mit den eingetrieben Steuergeldern sollten eigentlich Gebäude, die nicht Erdbeben sicher waren, verstärkt oder abgerissen und neu gebaut werden. Es sei auch wirklich viel Geld zusammengekommen. Aber sie haben mit diesem Geld Strassen gebaut. Das Geld ist nicht für Gebäude verwendet wurden.

Das Beben

Am frühen Montagmorgen hatte ein Beben, mit einer Magnitude von 7.7  das Grenzgebiet erschüttert. Gefolgt von einem weiteren Beben mit einer Magnitude von 7.6 am Mittag. Seither gab es bis Samstag mehr als 2’000 Nachbeben in der Region, wie die türkische Katastrophenschutz Behörde mitteilte.

Tausende eingestürzte Gebäude

Das Erdbeben verschiebt die Autobahn um drei Meter.

mehr als 50.000 Todesopfer

Eine beeindruckende Auswirkung, sahen wir auf unsere Bootstour zu der versunkenen Stadt. Unser Bootsführer erklärte, dass der Wasserstand hier über 1 m tiefer ist als normal. Es sei eine Auswirkung, dass es im Erdbebengebiet in Syrien, sich eine Spalte auftat und somit das Wasser dort hinfloss. Die Einheimischen rechnen damit, dass das Wasser circa in zehn Tagen wieder zurückkäme.

Sehr beeindruckend!

Was ist ein Erdbeben?

Der Superkontinent "Pangäa"

Ursprünglich waren alle Landmassen der Erde, in einem einzigen Superkontinent namens „Pangäa“ vereinigt, umgeben von Meer. Dieser brach durch Plattenbewegungen auseinander – zunächst in zwei, später in mehrere Stücke. Auch heute sind die Kontinente noch in Bewegung.

Vor etwa 250 Millionen Jahren, waren alle Landmassen der Erde zusammen und von einem einzigen Meer umgeben. Dann zerbrach dieser große Kontinent, zunächst in zwei Teile – in Laurasia im Norden und Gondwana im Süden. Später zerbrachen diese beiden Kontinente in weitere Stücke.

So sind die Kontinente entstanden. Und sie bewegen sich heute noch – ungefähr so schnell wie unsere Fingernägel wachsen.

Europa und Afrika wachsen zusammen
Wissenschaftler sagen: In rund 30 Millionen Jahren wird der afrikanische Kontinent am europäischen liegen – das Mittelmeer wird es dann nicht mehr geben.

Warum bewegen sich die Kontinente? Einfach gesagt: Strömungen im heißen Erdinnern sorgen dafür, dass sich die Erdplatten, die Kontinente in Bewegung setzen. Dadurch weichen oder brechen sie auf, oder driften aufeinander zu.

=> ERDBEBEN

Pangea animation 03.gif

Tbower – USGS animation A08

Erdbeben

Mit den Plattentektonik verbundenen Prozessen und Erscheinungen zählen die Entstehung von Faltengebirgen. Durch den Druck zusammenstoßender Kontinente entstehen die häufigsten Formen von Vulkanismus und Erdbeben.

Die Tektonischen Platten in Europa

Magnitude

Die Bestimmung der Magnitude, die in den 30er Jahren von Charles Francis Richter in Kalifornien eingeführt wurde. Daher auch der Name Richter-Skala. Die Magnitude stellt ein logarithmisches Maß für die am Erdbebenherd freigesetzte Schwingungsenergie dar, die aus den Seismogrammen berechnet wird.

 

Erdbeben in der Türkei

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. baumbergerch

    Danke , für diesen informativen Beitrag zum Thema Erdbeben!

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