Hüseyin Alan leitet die Kammer der Ingenieur-Geologen in der Türkei. Er hatte die Behörden und sogar das Präsidialamt erst kürzlich vor Erdbeben in der Region gewarnt, die es jetzt getroffen hat. Er bekam jedoch keine Antwort zu dieser Warnung. Die Schäden des verheerendes Erdbeben in der Türkei hätten begrenzt werden können, darin sind sich Experten einig. Der Staat habe jahrzehntelang falsch gehandelt und illegales Bauen gebilligt.
Censl Gökce war lange Vorsitzender der türkischen Bauingenieurskammer. Für ihn ist es ganz simpel, wenn es um Erdbeben sicheres Bauen geht: „nach Vorschriften gebauten Gebäuden stürze nicht ein. Wie Ingenieure sagen: ein Gebäude können Schäden haben, aber es darf nicht in sich zusammensacken“.
Spezielle Ingenieure prüfen Neubauten auf Erdbebensicherheit. Sie bräuchten dafür eine Zulassung vom Staat.
Viele nähmen es mit der abschließenden Kontrolle nicht so genau. Erdbebensicherheit kostet Geld, dass manche Bauunternehmer nicht ausgeben wollen.
In dieser Region, in der das aktuelle Erdbeben besonders viel Schaden angerichtet hat, befindet sich ein Flughafen unter anderem auch ein Krankenhaus, das eigentlich gar nicht mehr betrieben werden durfte. Jetzt ist von den Gebäuden nicht mehr viel übrig.
Ein Grundproblem in der Türkei ist, dass auf vorschriftsmässig gebauten Gebäuden, illegal Stockwerke gesetzt werden, ohne auf Vorschriften zu achten. Diese illegalen Stockwerke drücken mit ihrem hohen Gewicht auf die Konstruktion, so dass sie selbst ohne Erdbeben einstürzen könnten.
Nach dem letzten grossen Erdbeben 1999, führte die damalige Regierung eine Erdbeben Steuer ein. Mit den eingetrieben Steuergeldern sollten eigentlich Gebäude, die nicht Erdbeben sicher waren, verstärkt oder abgerissen und neu gebaut werden. Es sei auch wirklich viel Geld zusammengekommen. Aber sie haben mit diesem Geld Strassen gebaut. Das Geld ist nicht für Gebäude verwendet wurden.
Danke , für diesen informativen Beitrag zum Thema Erdbeben!